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   28. Juni 2004 Bodø | Linienbus zum Saltstraumen       Lofoten Reisetagebuch


Aufwachen findet in Bodø automatisch um 8:30 Uhr statt. Auch wenn man den Wecker bewußt ausgeschalten hat.
Denn dann explodiert das undefinierte Dröhnen, welches bereits geraume Zeit durch den Halbschlaf drang, und die Kampfjets von Bodø erheben sich in die Luft. Da der Campingplatz von Bodø praktisch am Ende der Rollbahn liegt, bekommt man einen guten Einblick in das Bodøsche Flugaufkommen. Sonst liegt der Platz ganz nett im Grünen.

Wir ziehen heut zu Fuß los. Bei der Anfahrt hatten wir 2 große Supermärkte nicht allzuweit entfernt bemerkt. Das erste angesteuerte Ziel. Dann bummeln wir langsam Richtung Stadtzentrum und sammeln kleine Eindrücke der 41 000 Einwohner zählenden unspektakulären Stadt. Nachdem im Mai 1940 von Deutschen Bombern zu zwei Drittel zerstört, entstand sie ohne Schnörkel neu auf dem Reißbrett. Am Yachthafen, wo die Fischer gekochte Reken verkaufen, treffen wir auf die beiden Radler die mit uns im Flieger waren. Sie radelten die Lofoten in die entgegengesetzter Richtung. Also hat ihr Urlaub auch 3 Wochen gedauert. Claudia und Carsten sind gerade auf dem Weg zum nahegelegenen Busbahnhof. Spontan entschließen wir uns ebenfalls den Bus zum 33 km entfernten Saltstraumen zu nehmen. Wir kratzen unsere letzten Kronen und Krönchen zusammen, was gerade so für das Fahrgeld von 106 Kronen pP hin u. zurück reicht. Tatschächlich genießen wir es einfach nur im weichen Sitz zu lümmeln und die Landschaft vorbeiziehen zu sehen. Hier würden wir auch nicht Radeln wollen. Zu viel Verkehr.
Saltstraumen

Pünktlich um 14 Uhr rum treffen wir an der Saltstraumenbrua ein, als der "stärkste Gezeitenstrom der Welt" seinen Höhepunkt erreicht. Eine Gezeitentabelle für den Saltstraumen erhält man in der Touristeninformation in Bodø.)
Es ist noch nicht Vollmond (bei Voll- und Neumond ist es am stärksten) aber es bilden sich schon jetzt formschöne Strudel während sich das abfließende » Wasser durch die 3 Kilometer lange und 150 Meter breite Meerenge presst. Eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Knoten soll es dabei erreichen und Stromschnellen mit einer Tiefe bis 5 Meter bilden. Solche Werte sind schwer abzuschätzen, doch von oben herabblickend, wird man durchaus von der Bewegung des Wassers in Bann gezogen - nie stillstehend, Kreise und Wellen vollführend, von der Sonne türkis ausgeleuchtet. Ein Pfeifen von Luftwirbeln wie Edgar Allen Poe es beschreibt hören wir allerdings nicht.
Strudel


Norwegen verwöhnt uns zum Abschied nochmal mit einem strahlenden Sommertag. Flanieren nach unserem Ausflug am » Hafen.
Bei den anschließenden Bemühungen zur Nahrungsaufnahem laufen wir auf. Die Läden mit schnellem Essen haben alle schon geschlossen. Hallo, es ist grad mal 19 Uhr. Den Kocher wollen wir heut nicht mehr rausholen. Aber was Warmes hätten wir doch gern im Magen. Bleibt noch lauwarm, der Burger King im Einkaufszentrum. Aber hier is nich mit ausländischen Karten bezahlen. Müssen die 4. und somit letzte kostenlose Auslandsabhebung in diesem Jahr mit der Postbank Sparcard für lächerliche 200 NOK opfern. Wehe uns geht nochmal das Geld aus bis wir morgen im Flieger sitzen...

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