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| 22. Juni 2004 | Å Museen | kurzer Ausflug nach Sørvågen | 11.12 km | Lofoten Reisetagebuch |
Å ist schnuckelig. Anders kann man es nicht sagen. Für viele ist es die letzte Station auf den Lofoten da die E10 hier endet. Für uns nicht, wir wollen noch nach Værøy und Røst. Aber wir haben viel Zeit, sind jetzt doch irgendwie schnell hier unten angekommen. Und heute ist ein herrlicher Tag. Sonnig, warm, T-Shirt Wetter. Ist er jetzt endlich da, der » Lofoten-Sommer? Å hat 2 Museen. Oder vielmehr, Å ist ein Museum. Der alte Dorfkern gehört direkt zum Fischerdorfmuseum. Es lohnt sich allerdings die Eintrittskarten zu lösen, selbst wenn sich nicht die Gelegenheit einer Führung bietet. Man bekommt zumindest leihweise eine Kopie mit der Beschreibung zu vielen der alten Gebäuden die man dann eigenständig erkunden kann, und darf in die Ausstellung im Bootsschuppen und Trankocherei hinein. Man kann doch gut nachempfinden wie es leibte und lebte im Fischerdorf der Familie Ellingson. Zur Fangsaison lebten allein 300 Saisonfischer in den roten Rorbuer am Strand. Weiß waren nur die » Häuser der Großgrundbesitzer. Denn Weiß war die teuerste Farbe. Manchmal wurde nur die Vorderseite des Hauses weiß gestrichen. Vorne hui, hinten ... rot. Wir genießen die Sonne und bummeln durch den » Bilderbuch-Lofotenfischerort. Top instant gehalten und mit » Fischerkram ausgeschmückt reicht es an Perfektion schon an Disneyland. Bis ins letzte » Detail. Man versucht alles lebendig zu halten, in der Bäckerei wird gebacken, in der Schmiede werkt Knud Erik Eriksen und in der Trankocherei darf gekostet werden. Ein wenig touristisch geht es auch zu, teils werden ganze Buslandungen durch Å gespült. Absolut einen Besuch wert ist das » Tørrfisk Museum. Es informiert umfassend über die Herstellung von Stock- und » Klippfisch. Und es wird eine sehr interessante Doku des Hessischen Rundfunks über den Fischfang auf den Lofoten gezeigt. Der Besitzer Steinar Larsen spricht übrigens Deutsch. Im Januar werden die Fischschwärme erwartet, dann startet die 3monatige Fangsaison. Der große Kabeljaufang. Im goldenen Licht der Wintersonne geht es früh morgens in den kleinen Booten mit den wunderschönen » Holzrümpfen auf's Meer. Ertönt das Startsignal, beginnt der Run auf den Fisch. An Land gebracht werden die Fische ausgenommen und geköpft. Eine Kunst für sich. Für das Reifen des Trockenfisch scheint es immens wichtig dass der Kopf an einem bestimmten Wirbel abgetrennt wird. Ein beliebter Saisonjob für Schüler ist das Zungenschneiden, bei dem man offenbar einen ganzen Haufen Geld verdienen kann. Die Zungen gehen als Delikatesse nach Frankreich. Aus der Leber wird Tran gekocht. Immer zwei Fischleiber werden an den » Schwänzen paarweise zusammengebunden und über die Trockengestelle gehängt. Dort tocknet er bis Mai/Juni zur brettharten Mumien zusammen. Auch mit den Möven soll es keine Probleme geben. Viele hat es gen Süden gezogen, und die verbleibenden Vögel sollen sich außerhalb der Brutzeit weder groß bewegen noch viel fressen. Sitzen einfach nur so rum. |
Früher hing in jedem Fischerhaus ein solcher Königsdorsch an einem Wollfaden von der Decke. Nicht weil er so schön ist, sondern weil er angeblich das Wetter voraussagen kann. Zumindest bedingt ist das tatsächlich möglich, da die Witterung und Luftfeuchte auf den Wollfaden einwirkt und den Fisch in unterschiedliche Richtungen zu drehen vermag. |
Es ist also höchste Zeit den restlichen Stockfisch von den Gestellen zu holen, was allerorten zu » beobachten ist. Das sortieren des Stockfisch nach Qualitäten muss immer schon eine Wissenschaft für sich gewesen sein. Was uns besonders fasziniert hat, angesichts der nördlichen Lage der Lofoten, bis zu 25o km über dem Polarkreis, nämlich dass der Fisch beim Trocknen nicht mehr als max. 2 Tage Temperaturen unter -7 Grad verträgt. Der Golfstrom machts möglich. Irgendwo haperts die Tage mit den Aufzeichnungen. Eintrittspreise haben wir nicht mehr im Kopf, aber erschwinglich. Am Abend radeln wir noch kurz rüber nach Sørvågan. Hier gibt es einen bisschen größeren Supermarkt. Und ein hübsches » Ruderboot. |
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