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   17. Juni 2004 Stamsund -> Steine -> Storfjorden -> Sennesvika -> Ramsvika -> Mortsund -> Leknes -> Ballstad | 48.12 km       Lofoten Reisetagebuch


Am Morgen schlagen immer wieder Schauer gegen das Haus. Und keine Besserung in Sicht.

Das Wetter kommt nun von Westen, d.h. weniger Wind, mehr Regen.
"Is the prinziple."

Deshalb enscheiden wir uns dagegen noch eine Nacht zu bleiben und für einen Tag ein Auto zu mieten um den ganzen nörlichen Teil von Vestvogøya zu erkunden. Den Mietwagen kann man direkt von der Jugendherberge ordern. Vestvogøya ist relativ groß und hat noch viel zu bieten. Wir sind auf der kleinen Straße 815 nach Süden geradelt die dafür auch sehr gut geeignet ist. Um den Nördlichen Teil der noch viel schönes zu bieten hat mit dem Rad zu erkunden, fehlte uns die Zeit. Dachten wir zumindest.

Aber bei dem Wetter wollten wir lieber Radeln. Das ist nicht unlogisch, oder? Das war uns einfach die Automiete nicht wert, bei dem Schauerwetter.

Es geht also weiter auf den kleinsten Straßen, über Steine (Ortschaft, bei der tatsächlich viele sehr große Steine im Meer liegen), Finnstad, Sennesvika wo die vorgelagerten » Scherenfelsen ein schönes Bild abgeben, weiter über einen kleinen Pass zur Ramsvika. Er steigt langsam an und von oben blickt man über Leknes, quasi die Vestvogøy-Hauptstadt und Gravdal. Hier gäbe es nochmal die Möglichkeit ein Auto zu mieten. Leider ist die Sicht aber nicht wirklich gut und deshalb lang nicht so toll wie im Reiseführer beschrieben. Dafür ist die Abfahrt in langen Schleifen schön. Wir biegen aber dann auch erstmal ab zu einem Abstecher hinunter nach Mortsund. Kein Muß aber auch nicht anstrengend. Dorien und Hugo waren auch schon da. Für Radler sind diese kleinen Straßen ideal. In Leknes dann heftige Schauer. In der Touristeninfo erfahren wir dann dass es in Ballstadt definitiv keinen Campingplatz gibt. Es ist ein Druckfehler in Doriens und Hugos kleiner Touristenkarte. Somit gibt es keinen erradelbaren Campingplatz weit und breit.

Wir radeln trotzdem nach Ballstad. Von dort soll es eine Radlerfähre nach Nusfjord geben. Damit man den langen Nappstraumentunnelen umgeht. Außerdem rechnen wir damit auf Dorien und Hugo zu treffen. Vielleicht finden wir ein Rorbuer für uns Vier. Kurz hinter Gravdal kommen sie uns auch schon entgegen. Ja, es gäbe ein Rorbuer für 4 Peronen, 600.- NOK. Das klingt doch gut, wir fahren alle zusammen nach Ballstad.

Kurz vor der angepeilten Rorbuer-Anlage fallen wir zufällig über einen Deutschen der hier 80 Betten übernommen hat und in Zukunft Angelreisen anbieten will. Er offeriert uns ein Haus für 400.- NOK. Eine Fischerunterkunft heutiger Machart. Originaler geht's kaum. Aber wirklich gemütlich ist es nicht. Männlich praktisch, klassifizieren Dorien und ich. Aber wir nehmen es. Es gibt mehrere Zimmer mit je 2 Betten samt Matratze. Ein Bad mit nagelneuer Duschkabine, eine Küche und ein Wohnzimmer. Schnell wird klar warum wir unbedingt noch einen Akkuschrauber mitnehmen mussten. Dem Eßtisch soll noch ein Bein angeschraubt werden. Diese Operation wollen Hugo und ich vom Sofa aus betrachten. Tom schleppt die Packtachen durch den Gang, sieht durch die Zimmertür nur uns auf dem Sofa und fragt was wir denn da machen? "We are enjoying a live-performance." Hugo hat einen wunderbar trockenen Humor. Letztendlich war es dann aber doch so, dass unseres Vermieters Handy ständig klingelte und Hugo das Tischbein montieren musste.

Interessant an unserem Haus, das » große Rote, war zum einen dass keine Wand zur anderen im rechten Winkel stand. Und das Wohnzimmer. Groß und mit wenigen Möbelstücken höchst eigenwillig eingerichtet: zum einen der Eßtisch mit 4 Holzstühlen in der einen Zimmerhälfte. Die Wände rundherum nackt und weiß. Schlicht ist kein Ausdruck. Auf der anderen Seite in all der Kahlheit DAS Couch-Ensemble. Der Anblick hat uns den ganzen Abend größte Freude bereitet. Ein eicherustikaler Couch-Tisch auf einem dunklen Teppich, ein grüngepolstertes Sofa über dem ein Ölschinken nebst Lampe links und rechts hängt. Auch Fischer wollen es liebevoll eingerichtet, man beachte Deckchen und den ästhetischen » Strauß ? (Was zur Hölle soll das sein?) Echt kultig!
Mit Hilfe zweier Heizlüfter bringen wir den Raum erfreulich schnell auf Temperatur und das Wetter kann draußen machen was es will.
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