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   14. Juni 2004 Henningsvær | 0 km       Lofoten Reisetagebuch


Das Fiskekrogen vermietet übrigens auch sehr hübsche Rorbuer: 4 Betten, Wohnzimmer, Dusche/WC und Küche würde 950.- NOK kosten. Wir haben aber auch in unserem Zimmer bestens geschlafen. Im kleinen Supermarkt um die Ecke holen wir uns das Frühstück. Das Wetter ist unverändert. Von den Bergen ist nicht viel zu sehen, stete Tröpfelei. Wir verlängern direkt um eine Nacht. Ein Ruhetag. Nicht daß wir uns schon besonders sportlich betätigt hätten, aber wir wollen die Hoffnung auf ein paar Sonnenstrahlen noch nicht aufgeben. Henningsvær ist einer der fotogensten Fischerorte der Lofoten. Allein der U-förmige » Hafen ist einen Blick wert.
Zur Fangsaison Januar bis März ist er voller Trawler.
Nehmen als erstes die Karten zur Hand. Planen die Weiterreise. Die Fährpläne nach Værøy und Bodø liegen leider daheim vergessen. Mist. Auch die Fähre Ballstad - Stamsund ist ungewiss. Wie auch immer, das nächste Ziel wird die Umrundung von Gimsøy sein.

Das trübe Wetter soll uns nicht von einer kleinen Fototour durch Henningsvær abhalten. Und wir finden zahlreiche Details: z.B. die gemeine » Topfmöve, » späte Tulpen, den » Leuchtturm und einen Ort der schon » bessere Zeiten gesehen hat.

Und: Wir sind noch nicht zu spät im Jahr. Da sind sie, tausende » mumifizierte Fischleiber, die charakteristisch müffelnd vom Himmel herabhängen.
Rascheln im Wind. Gespenstisch ist das.

Jeder freie Flecken ist mit den Trockengestellen bebaut, für den Kabeljau der sich hier unter optimalen Bedingungen ohne jeglichen Zusatz irgenwelcher Stoffe innerhalb von einigen Wochen selbst auf Jahre konserviert. Dazu braucht es einen gleichmäßigen Wind mit einem Hauch von Salz und nicht zu trocken. Natürlich muß auch die Temperatur stimmen, nicht zu hoch, sonst wird er wurmstichig, aber gefrieren darf er auch nicht. Umstände die es so fast nur auf den Lofoten gibt. Der Stockfisch reift quasi von Luft und Liebe, sonst nix. Und lieben tun die Lofoter ihn: "Hier hängt unser Geld." Aber heißt es nicht Geld stinkt nicht?

Dabei bleiben alle Nährstoffe im Fisch erhalten. Und der Stockfisch ist nach wie vor begehrt, allen voran in Italien. Die Zubereitung?
"Aus den Rezepten eines Lofotenkochs: Als erstes wird der Fisch 8 Tage lang in kaltem Wasser eingeweicht. Anschließend quillt er in einer Lauge weitere 48 Stunden vor sich hin. Danach ist er 48 Stunden zu wässern (fließendes Wasser!)" Jetzt ist er auch schon fast fertig, sieht aus wie neu, und muß nur noch 10 Minuten in kochendem Wasser ziehen. Bischen gebratenen Speck, Zwiebeln, Erbsenpüree und, logisch, Salzkartoffeln dazu. Fertig!
Jetzt muss nur noch die Wohnung ca. 3 Monate lang gelüftet werden.


Die Herstellung von Trockenfisch
ist denkbar einfach
Sehr angetan hat es uns die Künstlerwerkstatt Engelskmannsbrygga, Keramikwerkstatt und Glasbläserei. Besonders interressant: Eine getöpferte Lochkamera und "Abzüge" auf » Keramik-Kacheln. Die Kacheln werden mit einer entsprechenenden chemischen Emulsion eingestrichen und anschließend wie Fotopapier belichtet und entwickelt.
Die Drahtesel stehen noch immer wacker vorm Haus und setzen ersten Rost an.

Mit Rücksicht auf das Reisebudget zaubern wir uns in der bestens ausgestatteten Wohnküche heute selbst eine Lofoten-Fischsuppe zusammen. Das ist auch wirklich praktisch kein Aufwand. Man kaufe, hier im Supermarkt fast überall erhältlich, TORO Lofoten Fiskesuppe med skalldyr of grønnsaker, rühre den Inhalt in 0,6 L kaltes Wasser und 0,15 L Milch, koche das ganze auf und lasse es dann etwa 5 Minuten leise vor sich hin köcheln. Schon hat es die richtige Konsistenz und schmeckt sehr lecker. Für Tütensuppe wirklich. Nicht ohne das Skandinavische Weißbrot selbstverständlich. Sehr empfehlenswertes Gericht für den Campingkocher.
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